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Aus 2015

Der Französisch WPK der Klasse 9 hat am Wettbewerb „chefs de cuisine“ des Klett Verlags teilgenommen. Dafür haben die Schüler und Schülerinnen fünf Rezepte erstellt und diese dann zu einem Drei-Gang –Menu verarbeitet.

Vorspeise: Des Oeufs Mimosas .

Hauptspeise: Es gab Variationen von Quiche – die Original Quiche Lorraine erhielt sogar den Umriss der Frankreichkarte.

Nachspeise: Danach gab es den typisch französischen „Café Gourmand“ bestehend aus einer kleinen Portion Mousse au Chocolat, Pommes au four au carambar sowie einer frisch gebackenen Madeleine .

Bon appétit!

Angeleitet und unterstützt wurde das Projekt von unserer engagierten Französisch Assistentin Frau Héléna Wingering und Frau Harbeck-Sygauskas , Französischlehrerin dieser WPK Gruppe.

WPK "Französisch" der klasse 9 nimmt an einem Wettbewerb des "Klett-Verlages" teil

Unfall? Oder Mord?

Am Morgen weckte mich der Wecker. Ich stand auf und machte mich fertig. Beim Duschen wurde ich richtig wach. Als ich angezogen mit Jeans und Hemd in die kleine weiße Küche kam, frühstückte ich erst einmal. Danach machte ich mich auf den Weg in die Gerichtsmedizin.

Das war ein Gebäude, welches Leichen obduziert, um festzustellen wie sie gestorben sind. Dort arbeitete ich als Gerichtsmediziner. Auf einmal klingelte mein Handy. „Johnson“, meldete ich mich. „Guten Morgen. Schneider hier“. Mein Chef. Ich wunderte mich wieso er mich anrief. „Was ist los?“, fragte ich misstrauisch. „Ich möchte, dass sie zur Universität der Künste fahren, dort wurde eine Leiche gefunden. Ich habe eben mit der Polizei gesprochen. Ich kann mich leider nicht selber darum kümmern. Darum wollte ich sie schicken“. „Klar, mache ich“. „Wissen sie wo die Universität ist?“, fragte er. „Ja, das weiß ich. Ich melde mich dann bei Ihnen, wenn ich genaueres weiß“. „Ja, danke. Machen sie das“. Er legte auf.

Anscheinend hatte er wirklich zu tun. Ich überlegte was an der Uni wohl passiert war. Ein Unfall? Ich meine so was passiert doch öfter. Oder war es vielleicht sogar Mord? Ich hoffte nicht. Ich beeilte mich zur Uni zu fahren, doch der Weg schien mir endlos. Endlich tauchte der graue Betonklotz vor mir auf. Also ehrlich gesagt habe ich nicht erwartet, dass eine Universität für Künste so langweilig aussieht. Vielleicht täuschte der Schein aber auch. Ich fuhr auf den Parkplatz. Als ich ausstieg wurde mir klar, dass ich gar nicht wusste wo genau ich hingehen sollte. Aber ich würde es schon finden. Während ich die Auffahrt zum Gebäude hinaufging, sah ich sie schon von weitem. Eine ganze Traube Menschen. Ich ging automatisch schneller. Ein Mann kam auf mich zu. „Sind sie Herr Johnson?“. „Ja. Guten Tag. Ich bin hier um die Leiche zu untersuchen“. „Gut dass sie da sind. Ich bin der Leiter der Uni, Peter Clausen. Folgen sie mir bitte“, sagte er schnell. Von außen wirkte er ganz gefasst. Aber in seinem Gesicht war die Angst geschrieben. Er sah so unruhig aus. Seine Augen waren vor Schreck geweitet. Die ganzen Studenten sahen mich neugierig an. Sie wirkten so als könnten sie nicht glauben, dass das gerade wirklich passiert. Wir gingen ins Gebäude. Von innen sah es schon ganz anders aus. Überall waren Bilder aufgehängt. Es standen auch viele Statuen herum. Die Treppe zum Keller war ganz schon dunkel und mir wurde doch ein bisschen mulmig zumute. Obwohl ich sowas ja schon oft gemacht hatte.

Herr Clausen ging vor mir her. „Die Polizei sagte uns, dass wir ihn nicht bewegen und auf sie warten sollten“. „Das war auch gut so. Sie hätten sonst Beweise vernichtet“. Wir kamen in ein großes Kellergewölbe mit vielen Türen. An der Decke waren Neonröhren angebracht, die ein komisches Licht abgaben. Wir gingen durch eine dunkle Eisentür, hinter der sich ein kleiner Raum befand. Auf dem Boden lag eine Gestalt, Es war so dunkel in dem Raum, dass ich fast gar nichts sehen konnte. „Da wären wir“, sagte Herr Clausen aufgebracht. Er schaltete das Licht an. Ich drehte mich zu ihm um. „Sie können auch gerne draußen warten“, sagte ich ruhig. „Es geht schon, danke“, murmelte er mit feuchten Augen. „Haben sie schon mit der Polizei gesprochen?“. Er nickte. Ich lächelte ihn an. Ich dachte vielleicht würde es ihm helfen, wenn er mir noch mal alles erzählen konnte. Ich beugte mich über die Leiche. Es war ein Junge. Siebzehn oder Achtzehn, vielleicht. Ich begann ihn zu untersuchen. „Wissen sie wie er heißt?“, fragte ich. „Nick Neumann“, antwortete Herr Clausen. „Ist er ein Student hier gewesen?“. „Ja. Er war ganz neu hier. Es kannte ihn fast noch niemand“. Der Junge lag auf dem Rücken. Ich zog meine Handschuhe an.

Seine Augen waren weit geöffnet. Ich schloss sie. Er musste schon ein paar Stunden hier gelegen haben. Das Blut, welches aus einer Kopfwunde getreten war, war schon getrocknet. Er hätte gestürzt sein können oder aber auch mit einem Gegenstand am Kopf getroffen sein können. So konnte ich allerdings keine Kampfspuren sehen. Wenn es Mord war, hätte er sich ja gewehrt. Ich musste ihn mitnehmen um ihn besser untersuchen zu können. Nur so konnte ich genaueres erfahren. Während Nick in die Gerichtsmedizin gebracht wurde, unterhielt ich mich noch mit Herrn Clausen. „Sie werden erfahren, wenn ich Genaueres herausgefunden habe“. „Das ist nett. Danke“. Ich lächelte ihn an und gab ihm die Hand. Dann machte mich auf den Weg zum Labor. Ich war froh, nicht mehr im Keller zu sein. Irgendwie hat er mir Angst gemacht. Im Labor angekommen, war die Leiche schon da. Ich ging hinein und begann mit meiner Arbeit. Erst untersuchte ich die Wunde an seinem Kopf. Ich bemerkte, dass sie irgendwie komisch aussah. Sie sah fast ausgefranst aus. Ich erstarrte. In der Wunde am Kopf waren Splitter. Ich nahm eine Pinzette und holte einen heraus. Er sah dunkel aus. Auf den ersten Blick konnte ich nicht erkennen ob er z.B. aus Holz war oder vielleicht doch aus einem anderem Material. Ich legte ihn unter ein Mikroskop und schaute ihn mir genau an. Ich erkannte, dass es Glas sein musste. Wenn er aber wirklich gestürzt war, dann dürften die Splitter aber gar nicht da sein. Ich erinnerte mich genau, dass es in der Kammer wo der Junge gefunden wurde, kein Glas gab. Ich fand noch mehr Splitter. Er musste mit einem Gegenstand aus Glas angegriffen worden sein, das heißt es war Mord. Wenn auch vielleicht unbeabsichtigt. Der Mörder musste aber gründlich gewesen sein, denn er muss die anderen Glassplitter alle entsorgt haben. Das sprach auch für Mord. Ich rief meinen Chef an, um ihm mitzuteilen, was ich herausgefunden hatte. Danach begann ich meinen Obduktionsbericht zu schreiben. Die ganze Zeit fragte ich mich was dem Jungen Nick wohl passiert war.

Mein Chef informierte die Polizei, die sofort mit den Ermittlungen begann. Ich hoffte, dass sie den Mörder bald finden würden. Aber fürs erste war ich froh, dass ich bewiesen hatte, dass es sich nicht um einen Unfall handelte.

Ist das Real?!

Hi, ich bin Elena. Ich bin eine Studentin an der Universität für Kunst in Amsterdam.

Es war ein wunderschöner Morgen als ich letztens in die Uni ging. Ich traf mich wie ich es schon seit 2 Jahren mache, mit meinem besten Freund vor

der Großen Treppe draußen am Eingang. Es war alles normal, dieselbe Uni, die selben Leute und dieselben langweiligen Lehrer. Nach der vierten Stunde bat

Herr Hellamn mich und mein bester Freund Luca zu sich.

Er fragte uns, ob wir den alten Anbau auf dem Dachboden der Universität aufräumen könnten, denn unser Kurs brauchte mehr Platz für ein neues Projekt. Wir nahmen natürlich den Auftrag an, denn das könnte vielleicht unsere Note verbessern. Auf dem Weg zum Dachboden holte ich mir noch einen kleinen Snack in der Mensa.

Wir brauchten gefühlt eine halbe Ewigkeit um den Anbau zu finden, denn ich oder auch Luca waren dort niemals zuvor. Als wir es doch irgendwann fanden,

lief Luca sofort hinein und zog mich mit.

Ich holte tief Luft aber bemerkte dann das ich gar keine Luft bekam, denn in diesem Anbau roch es so komisch, so was hatte ich noch nie zuvor gerochen.

Ich ging sofort wieder hinaus, im Gegensatz zu Luca. Er öffnete erst mal die kleinen zu gestaubten Dachluken um zu lüften und Licht rein zu lassen, denn es

war wirklich dunkel da drinnen. Die Sonnenstrahlen vorn draußen ließen ganz viele Staubpartikel wie kleine Diamanten glitzern, dass mich so faszinierte,

dass ich wieder rein ging. Jetzt wo alles heller war konnte man die ganzen alten Kunstwerke sehen. Es standen ganz viele Bilder und Skulpturen herum, die

natürlich total schmutzig waren. Ich fragte mich wie lange hier wohl schon keiner mehr war. Ich sah mich um und staubte einige Gemälde ab, bis ich eine

riesen große Kiste entdeckte. Ich nahm einen alten Lappen um sie ab zu wischen und sah, dass dort viele alt ägyptische Malereien zu sehen waren.

Außerdem war etwas mit Hieroglyphen eingeritzt.

Ich dachte eine Zeit lang nach und versuchte dann mit ganzer Kraft die Kiste zu öffnen, aber sie ging einfach nicht auf. Luca entdeckte ein paar Hebel und Knöpfe an der Kiste. Er fing an daran rum zu spielen und ich wurde immer ungeduldiger biss er es endlich geschafft hatte die Kiste hatte sich einen Spalt geöffnet. Ich riss sofort den Deckel auf aber nichts. Dort war nichts drinnen bis auf ein riesiges furchteinflößendes Symbol auf dem Boden. Ich war total enttäuscht, den ich habe irgendetwas cooles erwartet. Luca klopfte auf den Boden der Kiste und man hörte das sie da unter hohl war. Ich schaute ihn an und wusste dass wir denselben Gedanken hatten. Luca holte einen alten Kerzenständer und haute ein paar Mal kräftig auf den Kisten Boden. Der Holzboden war eingerissen und wir brachen das Holz auf. Da schon wieder dieser absolut widerliche Gestank. Ich hielt mir meinen schal vor Mund und Nase.

Wir sahen ein Buntes Tuch und so neugierig wie ich nun mal bin zog ich es zur Seite. Mein Mund blieb offen stehen als ich sah was sich darunter befand. Ich sah nur im Augenwinkel wie Luca jemanden anrufe den ich konnte nicht wegschauen, es ging einfach nicht. Ich merkte wie Luca mich am Arm packte in mich in seine armen wegzog. Als wir draußen an der großen Treppe angekommen waren sah ich einen Auflauf von Polizeiautos und Polizisten. Mir wurde da erst bewusst was ich da gesehen hatte. Es war ein Mensch. Eine Leiche. Angemalt wie ein Pharao mit einer Drohung auf dem Bauch wo drauf stand: Du wolltest es ja so. Wir wurden von einigen Polizisten befragt und ich konnte in diesen Moment kein Wort raus bringen. Ich stand wie angewachsen neben Luca und klammerte mich an ihn. Ich schaute mich immer wieder um und sah wie die Beamten die Kiste und die Lech heraus und in ein Auto verladen hatten........

Es ist jetzt schon eine Weile her aber ich habe die Schule verlassen und Luca auch, wir besuchen jetzt eine private schule für Kunst in Schweden. Wer der Täter war oder wie die Leiche da hingekommen ist haben wir nie erfahren.

Ein unerwartetes Wiedersehen

I

Timo liebte diese Sonntagmorgende. Nur wenige Menschen, denen er begegnete und viel von frischer Luft. Er trainierte hart für die Polizeimeisterschaften, die in wenigen Wochen anstanden und bei denen er seinen Titel erfolgreich verteidigen wollte. Dennoch, es war nicht nur das Training, das er liebte, es waren auch diese Augenblicke, in denen er mit sich und seinen Gedanken allein war, in denen er den Kopf frei bekam von dienstlichen und privaten Problemen. Momente, in denen er nicht daran dachte, wie er die seiner Fahndungsgruppe zugeteilten Fälle ordnungsgemäß bearbeiten sollte bei der dünnen Personaldecke, die immer wieder zu Überstunden führte. Diese Zeit hätte er lieber mit seinem dreijährigen Sohn verbracht, den er über alle liebte. Wie sehr hatte er in seiner Kindheit darunter gelitten, das sein Vater kaum Zeit für ihn hatte und wenn er sie erübrigen konnte, dann dem älteren Bruder Christian den Vorzug gab. Ja, Christian, was war aus ihm wohl geworden? Damals als der Vater die Familie verließ und Christian beschloss mit ihm zu gehen. Wie viele Jahre waren inzwischen vergangen, zehn, zwölf? Er wusste es schon gar nicht mehr. Aber das alles war ausgeblendet, wenn er Kilometer um Kilometer seine Trainingseinheit absolvierte und nur das leise Singen der Reifen auf dem Asphalt, das Sirren der Kette und das Rauschen des Fahrtwindes seine Begleiter waren.

II

Sein ehemals weißes Hemd, mit Flecken übersät, spannte über seinen Bauch und ließ die Knopflöcher sich öffnen, zu lachenden Mäulern, als wollten sie ihn verspotten. Sein etwas aufgedunsenes Gesicht war umrahmt von ungepflegten Haaren und einem Dreitagebart, der nicht der Mode, sondern seiner Bequemlichkeit geschuldet war. Mit dem Pfand der leeren Flaschen, die sich allenthalben in der ganzen Wohnung verteilt hatten, hätte man den Lebensunterhalt einer ganzen Woche bestreiten können. Aber weder Christian noch einer seiner Mitbewohner brachten die Energie auf, sie einzusammeln und in den Supermarkt zu bringen. Nur ein Gedanke beschäftigte Christian Tag für Tag: „Wie komme ich an Kohle?“ Seine Drogensucht beherrschte ihn inzwischen vollkommen. Angefangen hatte alles, als er feststellen musste, dass sein Vater, bei dem er nach der Trennung seiner Eltern lebte, sich als unfähig erwies, einen elfjährigen Jungen zu erziehen. Ein Vater, der ihm keine Grenzen setzte, der mit Geld nicht gegebene Zuneigung zu ersetzen trachtete. Und wer Geld hat, hat viele Freunde und seine zogen ihn Stück für Stück ins Drogenmilieu. Anfänglich meinte er noch alles im Griff zu haben und jederzeit wieder damit aufhören zu können. Aber jetzt war ihm klar, dass er zu tief in diesem Sumpf steckte und letztendlich war es ihm auch egal, denn irgendwie schien ihm sein Leben ohnehin sinnlos. Um an Geld für seine Drogensucht zu gelangen, war er zu allem entschlossen, zu einem Überfall, zu einem Einbruch, ja, sogar einer alten Dame die Handtasche zu entreißen war er bereit.

III

„Schatz, weißt du wo die Mappe mit den Bildern des Traufenbergrennens ist?“ „Wo du sie hingelegt hast, unten links im Bücherbord,“ kam die Antwort aus der Küche. Er ging zum Bücherbord und dort lag tatsächlich die schwarze Mappe mit den Bildern. Als er die Hand ausstreckte, sie zu nehmen, rutschte ihm ein ganzer Stapel Mappen entgegen, den er längst sortiert haben wollte. Eine fiel ihm direkt vor die Füße, öffnete sich und ließ den Blick frei auf fast vergilbte Fotos. Schon wollte er die Bilder wieder einsammeln und in die Mappe zurücklegen, als sein Blick haften blieb auf einem Foto, das seine Mutter, seinen Vater, ihn und seinen Bruder Christian zeigte. Wieder musste er an ihn denken, an seinen großen Bruder, den er beneidete, weil ihn der Vater bevorzugte, den er aber auch bewunderte, weil er ihn, Timo, seinen kleinen Bruder, beschützte, weil er stark war, weil Christian jemand war, zu dem er aufschauen konnte.

IV

Es war eine kalte, neblige Novembernacht. Timo und sein Kollege Jan sahen der letzten Stunde ihrer Nachtschicht entgegen, bisher war alles ruhig geblieben. Timo konnte nicht ahnen, was sich in dieser letzten Stunde der Nachtschicht ereignen würde und ihn vor die härteste Probe in seinem Leben stellen würde. „Möwe 2213 für Möwe, kommen“ näselte es aus dem Lautsprecher des Funkgerätes. „Möwe 2213 hört.“ gab Timo zurück. „Fahren sie zum Supermarkt Schnellkauf in die Bogenstraße 47, Einbruch, die Täter sind vermutlich noch vor Ort“. Kam die Anweisung aus der Zentrale. Jan beschleunigte den Streifenwagen ohne jedoch das Blaulicht und das Martinshorn einzuschalten, die den oder die Täter hätte warnen können. Auf dem Parkplatz des Supermarktes angekommen, fanden sie zunächst nichts verdächtiges, als dann doch ein kaum sichtbares, unruhig auf und ab tanzendes Licht im Innern des Gebäudes ihre Aufmerksamkeit erregte. “Okay“, flüsterte Timo „sehen wir uns die Sache einmal an.“ Vorsichtig pirschten sie sich an die Hintertür des Marktes heran, sie war aufgebrochen worden. Leise gingen sie hinein, ihre Dienstwaffen in den Händen, alle Sinne angespannt, voll konzentriert, jede Sekunde darauf gefasst, dem Einbrecher, oder sind es gar mehrere, gegenüber zustehen. Da, plötzlich, ein Schatten, der am anderen Ende des Ganges vorüber huschte. Mit dem Ruf „Halt, stehenbleiben, Polizei!“ rannten sie los. Der Schatten, ein offensichtlich etwas fülliger Mann, versuchte zu entkommen. Sie waren nur noch wenige Meter von ihm entfernt als der Mann sich umdrehte, einen Arm hob und ein Schuss fiel. Mit einem Aufstöhnen fiel Jan zu Boden. Timo entsicherte seine Waffe und feuerte ins Dunkel, in die Richtung, aus der der Schuss gekommen war, denn sehen konnte er den Mann nicht, er hörte nur eine Tür klappen. Schon wollte er sich umdrehen um nach Jan zu sehen, als er ihn flüstern hörte: „Ist nicht so schlimm, schnapp ihn dir!“ Sofort wandte sich Timo wieder um, griff nach seiner Taschenlampe und leuchtete, in der anderen Hand die Pistole im Anschlag, den Gang entlang. Nichts, nichts war zu sehen außer einem leeren Gang, der in einigen Metern endete und von dem links und rechts je eine Tür abging. Hinter welcher Tür mochte sich der Einbrecher verbergen? Vorsichtig, hinter der Wand Deckung nehmend öffnete er die linke Tür aber dahinter befand sich nur ein kleiner Abstellraum. Also konnte es nur die rechte Tür sein. Angespannt mit jeder Faser seines Körpers näherte er sich der Tür, sein Puls raste, er hatte das Gefühl, sein Herzschlag müsste noch in zehn Metern Entfernung zu hören sein. Seine Hand berührte die Klinke, noch ein letztes tiefes Durchatmen, dann riss er die Tür auf, stürmte hinein, sprang unmittelbar auf die Seite, keine Zehntelsekunde zu spät, denn aus dem Dunkel des Raumes blitzte ein Mündungsfeuer und peitschte ein Schuss. Er schoss ebenfalls in die Richtung aus der der Schuss kam. Ein kurzer Aufschrei und das Klappern eines auf den Boden fallenden Metallgegenstandes waren die Reaktion. Der Strahl seiner Taschenlampe tastete sich langsam vorwärts, erfassten eine auf dem Boden liegende Pistole, einen Blutfleck, der sich allmählich vergrößerte, die Beine eines Mannes, seinen Körper und schließlich sein Gesicht. Mit der linken Hand umfasste er seinen rechten Oberarm, aus dem das Blut tropfte. Irgendwie kam Timo dieses Gesicht vertraut vor. Von einem Fahndungsfoto........von einem Foto? Seine Gedanken rasten. Das konnte doch nicht sein, nein, oder doch? Er suchte nach dem nächsten Lichtschalter, drückte ihn und als die Neonröhren mit ihrem typischen Geklimper angingen, standen sich die beiden Männer in gleißendem Licht gegenüber. „Timo?“, entfuhr es dem Mund des Einbrechers. „Christian?“, gab Timo zurück. Wie sehr hatte Timo sich ein Wiedersehen mit Christian gewünscht. Aber jetzt? „Hallo Timo, lange nicht gesehen,“ sagte Christian etwas gequält. „Nein,“ antwortete Timo, „auf ein solches Wiedersehen hätte ich auch gern verzichtet.“

Inzwischen hatte Jan, dessen Verletzung zum Glück nicht schwer war, über Funk die Zentrale verständigt, die weitere Wagen zum Supermarkt geschickt hatte. Wie in einem bösen Traum beobachtete Timo die Szene, wie sich um Christians Handgelenke die Handschellen schlossen, wie er immer noch eine kleine Blutspur hinter sich her ziehend, abgeführt wurde und schließlich seinen Blicken entschwand.

Mord in der Universität

Janos ist 25 Jahre alt und studiert Kunstgeschichte an der Universität in Budapest. Natürlich waren er und seine Freunde total begeistert, als um freiwillige Studenten geboten wurde, welche die Bauarbeiter bei den Renovierungsarbeiten an der alten Universität der Künste unterstützen wurden.

Doch dass sie dort nicht nur Kunst vorfinden würden, damit hatte wohl keiner gerechnet. Janos ist immer noch fassungslos, wenn er an diese Begegnung dachte. Keiner hatte an den Toten als solchen erkannt. Vorerst. Der Mann war kunstvoll an der Decke aufgehangen worden. Er trug eine Art von Gewand und war mit goldenen Ketten behängt worden und eben eine solche Kette wurde ihm zuletzt zum Verhängnis.

Der Mörder hatte ihm eine der goldenen Ketten mehrfach um den Hals geschlungen und diese an eine ähnliche aber stärkeren Kette befestigt war. Der Mörder musste schwindelfrei sein, soviel stand fest. Die Polizei stand nach wie vor, vor einem Rätsel. Da das Opfer in einem Gebäude gefunden wurde, welches seit fünf Jahren leer stand, wird es sehr schwer sein, Zeugen für den Mord zu finden.

Allerdings hat man den Toten bereits identifiziert und auch der Todeszeitpunkt ist geklärt.

Der Tote hieß Laslo Ferenc und war ein ehemaliger Professor der Universität. Seine Frau Maria hatte ihn vor fünf Jahren als vermisst gemeldet. Gestorben ist Laslo Ferenc vor ungefähr fünf Jahren, also zu dem Zeitpunkt wo die Universität schloss. Janos wusste das aus den Nachrichten und weil sein Onkel Terez bei der Polizei arbeitet und den Fall betreute.

Auf dem Rückweg von der Uni nach Hause kam Janos auch heute an der Universität der Künste vorbei. Alles war mit Polizeiband abgesperrt und die letzten Polizeiwagen fuhren gerade ab. Kaum zu glauben, dass das Ganze erst gestern passiert ist.

Janos erinnert sich an das Gespräch, was er am Abend noch mit Andreas geführt hatte, seinem besten Freund und Studienkollegen. Auch er war dabei, als sie die Leiche entdeckten. Beide waren sehr enttäuscht, dass sie nun nicht mehr die Gelegenheit hatten die verschiedenen Kunstwerke, die dort vertreten waren zu untersuchen und zu studieren.

Janos wollte gerade die Straßenseite wechseln, als ihm ein schwarzer Van auffiel, der unweit der Universität parkte. Janos schlich sich näher heran und sah zwei Männer, die sich der Universität näherten und diese schließlich betraten. Dabei schauten sie sich immer wieder um, als wenn sie damit rechneten, dass ihnen jemand folgte.

Janos schlich ihnen hinterher. Zielstrebig gingen die zwei Männer in das Gartenhaus, wo man Laszlo Ferenc fand. Janos versteckte sich hinter ein paar Büschen an einem zerbrochenen Fenster des Gartenhauses. Er duckte sich, als er stimmen hinter sich hörte. Aus dem Nichts tauchten plötzlich zwei weitere Männer auf. Der Eine in schwarz gekleidet, wie die beiden, die im Gartenhaus warteten. Der Andere trug normale Kleidung, es sah aus, als wenn er auf dem Feld arbeitete.

Die beiden Männer traten in die Gartenlaube. Janos nahm sein Handy und drückte auf Aufnahme, ihm war klar, dass diese Männer etwas mit dem Mord zu tun hatten. Nach kurzer Zeit fingen die Männer an sich zu streite, darüber wer die Schuld dafür trüge, dass man Laszlo fand. Der Feldarbeiter betonte gegenüber den Anderen, dass dieser Platz narrensicher gewesen sei, da das Gebäude eigentlich abgerissen und nicht saniert werden sollte, damit könne keiner rechnen, dass die Bauarbeiter so früh begonnen haben sonst hätte er die Leiche selbstverständlich woanders hingebracht.

Janos hatte genug aufgenommen und schickte das Video seinem Onkel. Dieser antwortete ihm kurze Zeit später und befahl ihm von dort zu verschwinde, die Polizei sei auf dem Weg. Janos ging los und übersah die zerbrochene Flasche auf dem Boden, die Scherben zersplitterten unter seinem Schuh und die Männer sahen ihn an. Janos überlegte keine Sekunde, sondern drehte sich um und rann, wohlwissend, seine Verfolger im Rücken zu haben. Er lief durch eingestürzte Teile der Universität und lief zur Tür.

Diese war allerdings verschlossen! Er saß in der Falle! Die Verfolger kamen drohend auf Janos zu und dieser dachte, dass es jetzt vorbei sei, als plötzlich von überall Polizisten kamen und die Männer festnahmen. Janos Onkel war auch unter ihnen, er war stolz auf Janos schimpfte mit ihm für sein unüberlegtes Handeln.

Es kam heraus, dass Herr Ferenc Spielsüchtig war und weil er seine Spielschulden bei einem großen Kredithai nicht mehr bezahlen konnte, musste er sterben.

In der nächsten Zeitungsausgabe wird ein großer Artikel von Janos veröffentlicht werden.

Von Schafen und Schäfern

„Das Telefon klingelt...Andrej das Telefon klingelt!“
Ich drehte mich verschlafen um, richtete mich auf und rieb mir die Augen. „Wer kann das nur sein?“ murmelte ich schaute auf den Wecker auf einem Nachtschrank der neben dem Bett stand. Die Uhr zeigte 05:30 in der früh an. „Jetzt geh endlich an das verdammte Telefon Andrej“ stöhnte Alexa schlaftrunken und zog sich die Decke über den Kopf.
Ich schlüpfte in meine Pantoffeln und ging langsam mit schlürfenden Schritten in die Küche. Das Klingeln des Telefons tat mir in den Ohren weh. Ich wühlte mich durch das Chaos von Rechnungen und Abmahnungen welches sich jedem Monatsende erneut auf dem Küchentisch abspielte. Ich ertastete den Hörer und nahm ihn ab:
„ Koslovski Renovierungsservice, Hallo“ sagte ich verschlafen und versuchte mir ein gähnen zu unterdrücken.
,,Guten Morgen Herr Koslovski. Ich hoffe ich habe Sie nicht geweckt. Mein Name ist Professor Doktor Vitalij Kosnowo. Ich bin Kunstprofessor an der Akademie für Bildende Künste in Budapest“ sagte er mit einer sehr dunklen und rauchigen Stimme.
„Ich würde Sie gerne damit beauftragen ein Gartenhaus unserer Universität zu renovieren, es ist von großer Bedeutung, dass die Arbeiten in 2 Tagen abgeschlossen sind. Ich hoffe Sie können es irgendwie einrichten“
Ich ließ mir nichts anmerken, doch ich war überglücklich wieder einen Auftrag zu haben um unsere Mietschulden zu bezahlen. Seit Monaten schon hatte mich keiner mehr engagiert.
„Nun ja Herr Professor Doktor Kosnowo, ich habe diese Woche wirklich viel zu tun. Doch ich denke, ich kann ein paar Termine verschieben“ sagte ich und grinste Alexa an, die sich mittlerweile in den Türrahmen gestellt hatte und das Gespräch belauschte.
„Dann freue ich mich auf unsere Zusammenarbeit Herr Koslovski. Die Universität öffnet um 8:00 Uhr. Ich erwarte Sie in der Eingangshalle.
Bitte seien Sie pünktlich.“

Ich verabschiedete mich, legte den Hörer beiseite und begann zu frühstücken. Nachdem ich gegessen hatte, ging ich ins Schlafzimmer und zog mich an.
Ich schnappte mir meinen Werkzeugkoffer, schaute auf die Uhr und nahm einen Schluck Kaffee. Es war 7:15 Uhr. Ich musste mich beeilen wenn ich den Zug noch erwischen wollte. Ich verabschiedete mich schnell von Alexa und ging schnellen Schrittes aus der Tür unserer kleinen Wohnung. Als ich die Tür hinter mir zuzog fiel das Namenschild von der Tür.
Alexa und Andrej Koslovski.
Wir hatten es von Alexa‘s Großmutter zu unserer Hochzeit geschenkt bekommen. Ich fluchte und befestigte es wieder an der Tür. Ich rannte das Treppenhaus hinunter und betrat den Innenhof der Wohnanlage. Das grelle Licht der Sonne blendete mich und ich musste die Augen zukneifen. Es war windstill und die Laubbäume im Innenhof bewegten sich sanft im Wind. Ich ging aus dem großen blau angemalten Eisentor und befand mich auf der Hengersor u. Von dort aus waren es nur noch ein paar Meter bis zur Metrostation. Ich bog bei dem Supermarkt an der Ecke links ab, stieg den Metrotunnel hinunter und sprang noch schnell in eine abfahrende Metro die in Richtung meines Zielorts, der MKE fuhr.
Ich setze mich auf einen freien Platz und ließ meinen Blick durch das Abteil streifen. Es war nahezu leer. Nur eine Mutter mit ihren zwei Kindern und ein alter Mann saßen mit mir zusammen im Wagon. Ich verlor mich in meinen Gedanken und starrte aus dem Fenster.
„Nächste Station Vörösmarty utca.“ schallte es durch einen Lautsprecher. Als die Metro angehalten hatte, nahm ich meinen Werkzeugkoffer und stieg aus dem Wagon die schlechtbeleuchteten Stufen der Metrostation zur
Aúdrassy-Straßehinauf. Ich stand vor einer dicht befahrenen breiten Straße auf der ein Fußgängerüberweg eingezeichnet war. Eine Seltenheit im alten Stadtteil Pest. Ich überquerte die Straße und stand vor dem Universitätsgebäude. Die Fassade des Gebäudes bestand aus altem Stein und bröckelte an einigen Stellen schon ein wenig. Der obere Teil war in einer viel dunkleren Farbe gehalten als der darunter und hatte eine große breite Fensterfront mit zugezogenen Gardinen. Doch was war das? Ich glaubte eine Gestalt in einen der Fenster zu erkennen. Als ich genauer hinsehen wollte rammte mich ein unvorsichtiger Fahrradfahrer.
Ich taumelte und fiel nach hinten. Als ich mich wieder aufrappelte hob ich meinen Blick erneut zur Fensterfront. Die Gestalt war verschwunden.
Ich fragte mich ob ich zu viele giftige Autoabgase eingeatmet habe grinste und ging die breite Steintreppe hinauf, und betrat das Gebäude durch eine große Holztür die mit zwei Harlekins verziert war, die mich schelmisch angrinsten.
Im Gebäude angelangt überkam mich ein Geruch von altem Holz und starkem Reinigungsmittel.
Die Eingangshalle der Universität war sehr offen und weiträumig gehalten. An den Seiten standen Säulen mit verschiedenen Zitaten von Künstlern und Bildhauern. Ich blickte zur Decke und bestaunte die verspielten bunten Malereien, die sich durch die gesamte Halle zogen. Der Boden war aus edlem Marmor und glänzte so stark, dass man sich regelrecht drin spiegeln konnte. Ich vernahm das leise Geräusch einer Violine im Zusammenspiel mit einem Flügel. Da fiel mir ein Mann auf der sich lächelnd auf mich zubewegte.
Er war etwas pummelig und klein gebaut. Er trug einen verwaschenen blauen Mantel und eine braune Stoffhose die ihm allmählich zu eng um die Hüften wurde. Er hatte einen karierten Schaal locker um die Schultern geschlungen und seine grau-blonden gelockten Haare ragten unter einer blauen Schiebermütze hervor.

„Guten Morgen Herr Koslovski, ich hoffe Sie haben gut hergefunden“ sagte er lächelnd und gab mir die Hand.
„Ja Dankeschön“ erwiderte ich freundlich.
,,Dann können wir jetzt ja anfangen. Kommen Sie mit. Ich zeig Ihnen das Gartenhaus“

Ich nickte und folgte Herrn Kosnowo. Wir gingen an zahlreichen Skulpturen und Bildern vorbei, durch einen kleinen Gang der in den Garten der Universität führte.
Die Gartenanlage befand sich im Innenhof der Universität. In der Mitte stand ein großer prachtvoller Springbrunnen aus weißem Stein der mit einer Apollostatur versehen worden war. Ringsherum waren Blumenbeete mit den verschiedensten Blumen angelegt. Der Springbrunnen war eine Art Zentrum von dem man aus durch die ganze Gartenanlage gehen konnte. Herr Kosnowo und ich bogen in eine kleine Wegabzweigung ein und passierten zahlreiche Ateliers und verschiedenste Gebilde. Herr Kosnowo zeigte auf einen kleinen Holzschuppen der so gar nicht in das Gesamtbild der Gartenanlage passte.
Der Schuppen bestand aus altem morschem grün bemoostem Holz, welches schon einige Löcher aufwies. Die Fensterscheiben waren verdreckt und teilweise raus gebrochen. Das Dach war zur Hälfte mit roten Ziegeln bedeckt und machte einen instabilen Eindruck. Herr Kosnowo gab mir den Schlüssel zum Gartenhaus und einen Zettel mit Aufgaben die ich zu erledigen hatte. Er verabschiedete sich von mir und ging wieder in Richtung des Hauptgebäudes. Ich steckte den Schlüssel ins Schloss und drehte ihn. Ein klicken war zu hören. Ich schob die Tür auf. Mir kam so viel Staub entgegen, dass ich anfangen musste zu husten. Ich knipste meine Taschenlampe an und ließ meinen Blick umherschweifen. Der gesamte Raum war vollgestellt mit Skulpturen, Figuren und diversen anderen Gegenständen. Auf einmal hörte ich eine Stimme in mein Ohr flüstern…
„Belass es dabei...oder dir wird schlimmes wiederfahren, Andrej! Manchmal ist es besser das Ungewisse der Dunkelheit zu bewahren.“

Mir lief ein kalter Schauer über den Rücken und ich war wie versteinert. Die Person, die plötzlich hinter mir gestand streifte sanft über meinen Kopf. Die Hand war eiskalt und ich begann am ganzen Körper zu zittern.

„Shh...Shh kleines Lämmchen. Du brauchst dich nicht zu fürchten“
„Befolge einfach meine Anweisungen!!“ schrie er und rannte davon.

Ich drehte mich um und rannte aus dem Gartenhaus, doch ich konnte nur noch eine völlig in schwarz gekleidete Gestalt erkennen, die in die Bibliothek verschwand. Verwirrt und verängstigt kehrte ich wieder in das Häuschen zurück. Ich musste mich ablenken. Also begann ich die Skulpturen aus dem Gartenhaus zu räumen. Als ich den vorderen Bereich von den sperrigen Figuren befreit hatte machte ich mich an den hinteren Teil.
Mir fiel plötzlich eine Figur auf, welche ich vorher noch gar nicht wahrgenommen hatte. Eine Puppe die an einer Schlinge um den Hals befestigt einen breiten Holzgiebel runter baumelte. Ich musste an den gruseligen Mann denken der mir vor ein paar Stunden einen ganz schönen Schrecken eingejagt hatte. Bestimmt wollte er mich nur verängstigen.
Ich bestieg eine Trittleiter und trennte das Seil mit einem Messer durch. Die Skulptur knallte auf den Boden auf und das brechen von Knochen war zu hören. Ich lachte und dachte dass ich wirklich verrückt werde. Ich beugte mich über die Skulptur…da erkannte ich, dass die Skulptur eine Haut besaß die schrumpelig, lederartig und voller Löcher und Narben war. Eine Leiche! schrie ich und nun sah ich auch die toten leeren Augen. Maden nährten sich bereits an ihr und der Hals war durch die Schlinge ganz wundgescheuert und blau angelaufen.

Ich sackte auf die Knie. Mir wurde schlecht. Ich musste hier weg, einfach nur weg! Ich zog mein Handy aus meiner Manteltasche und wählte die Nummer der Örtlichen Polizei. Ein paar Minuten später traf die Polizei am Gartenhäuschen ein. Als ich den Beamten alles geschildert und man mich medizinisch versorgt hatte, sagte man mir, dass ich nach Hause gehen dürfe und dass sie sich melden würden wenn sie etwas Genaueres über die Leiche in Erfahrung gebracht haben.

Als nach 45 Minuten endlich vor meiner Haustür stand, erkannte ich, dass sie nur angelehnt war. Ich schob vorsichtig die Tür auf. Es war dunkel. Ich versuchte das Licht anzuschalten, doch es funktionierte nicht. Ich rief nach Alexa doch sie antwortete nicht. Langsam näherte ich mich einer kleinen Kerze die auf dem alten antiken Wohnzimmertisch stand. Dort lag ein kleiner Zettel mit der Aufschrift:

Das schwarze Schaf muss in den Schafsstall zurückkehren. Es durfte dort nicht grasen...sagte der Schäfer und schlug dem weiblichen Schaf den Kopf ab.

Neben der Notiz lag ein Bild von mir und Alexa. Mir wurde schwarz vor Augen den ihr Gesicht war rausgeschnitten. Mir lief eine Träne übers Gesicht. Ich warf den Tisch wutentbrannt um und machte mich so schnell es nur ging auf den Weg zur Universität. Ich musste Alexa retten!

Skulpturen

Warum musste Ron immer samstags um 4 Uhr aufstehen, fragte sich der 21-jährige Sebastian Delura jeden Samstag. Sein Mitbewohner Ron McCulin stand jeden Samstag um 4 Uhr auf und hatte immer seltsame Kleidung an. Die beiden Studenten, die in einer kleinen 3-Zimmerwohnung in Hamburg lebten, hatten kaum Kontakt. Immer wieder fragte Sebastian Ron, doch Ron antwortete nie und verschwand immer leise. Sebastian konnte, nachdem Ron um 4 Uhr jeden Samstag aufstand, nicht mehr einschlafen. Er machte sich immer Gedanken. Eines Tages kam Ron zu ihm und sagte, er zieht zu einem Kumpel nach Berlin. Sebastian war sichtlich erleichtert und erhoffte sich, dass sein neuer Mitbewohner ein besserer Mensch war. Als Ron ausgezogen war, war die Wohnung wieder leer. Ein neuer Mitbewohner musste her. In der Universität machte Sebastian einen Zettel ans Schwarze Brett mit der Aufschrift „Neuer Zimmergenosse gesucht!“. Schon nach wenigen Stunden gab es den ersten Interessenten. Der 20-jährige Janis Milles, kommend aus Lettland, suchte eine Wohnung, wo er nicht so viel Miete zahlen musste. Janis Milles war sehr freundlich und Sebastian freute sich, dass er einen neuen Mitbewohner gefunden hatte. Janis lebte sich schnell ein und fand auch in der Universität schnell neue Freunde, unteranderem auch Sladjan Zivkovic, der 21-jährige hatte immer viele Geschichten aus seiner Kindheit zu erzählen.

An einem sonnigen, aber kaltem Tag, machten Sebastian, Janis und Sladjan ihre Mittagspause an der frischen Luft auf dem Rathausmarkt. Dort erkannte auf einmal Sebastian seinen alten Mitbewohner Ron. Ron war weiter gegangen, ohne ihn sie zu bemerken. Sebastian wusste noch, dass Ron zu ihm sagte, dass er nach Berlin ziehen wird. In Sebastians Kopf waren nur noch Fragen. Warum war er in Hamburg? Wieso war er nicht in Berlin? War etwas in Berlin passiert und kehrte er nach Hamburg zurück? Janis und Sladjan bemerkten, dass Sebastian in Gedanken versunken war und sprachen ihn an. Ob alles in Ordnung war, fragte Janis ihn. Sladjan fragte ihn, ob er den Mann kannte. Sebastian beantwortete beide Fragen und erklärte denen die Situation. „Komisch“, sagte Sladjan: „Eigentlich müsste dieser Ron in Berlin sein, aber was machte der dann hier?“ „Verdächtig“, antwortete Janis. „Vielleicht plante er mit jemandem einen Mord oder einen Selbstmord“, machte sich Sebastian über Ron lustig. „ Mit Selbstmord ist nicht zu spaßen“, sagte Sladjan, „Ich komme zwar aus der Slowakei, aber habe in Budapest gewohnt und als ich 9 Jahre alt war, war mein Vater Entsorger und er hatte einen Auftrag in der Universität der Künste. Er hatte eine Leiche gefunden, die sich erhängt hatte. Mein Vater hatte gedacht, dass es eine Skulptur der Uni gewesen ist, da die Leiche schon etwa ein Jahr hing und schon sehr seltsam aussah.“

Am späten Abend fuhren Janis und Sebastian mit dem Auto nach Hause. Kurz vor der Straße, wo Sebastian und Janis wohnten, machen sie eine seltsame Beobachtung. Sie sehen Ron mit einem Mann. Ron schleppte diesen Mann zu seinem Auto. Der Mann bewegte sich nicht mehr. Der Mann könnte Markus Eberholt, den Sebastian flüchtig kannte, gewesen sein. Sebastian dachte, dass dies sehr seltsam ist. Sie erreichten die Wohnung und gingen hinein.

Als sie in der Wohnung waren, machte Janis zuerst das Radio an, wo gerade eine Vermisstenanzeige zu hören war. „ Es wird der 22-jährige Markus Eberholt vermisst. Er ist 1,89 Meter groß schlank und hat blonde Haare. Er trägt weiße Sportschuhe von Nike, eine blaue Jeans und einen schwarzen Kapuzenpullover. Bei Hinweisen melden sie sich bitte bei der Polizei“. Markus wohnte in der Nähe von Janis und Sebastian. „Ist nicht Markus auch Student“, fragte Sebastian Janis. „ Ich glaube schon!“, antwortete Janis. „ Langsam wurde es komisch. Aber jetzt war erstmal Wochenende.

Als Janis, Sebastian und Sladjan am Montag den Raum 102 in der Uni als Erstes betraten, wurde ihnen sofort schlecht. Dort lag auf dem Tisch des Lehrers Markus Eberholt. Er war tot.

Sebastian rief sofort die Polizei. Diese kam schon nach wenigen Minuten und alle wurden befragt. Sebastian sagte, dass er Ron McCulin vermutlich mit ihm gesehen hat. Nach der Befragung bekamen Janis, Sladjan und Sebastian für den Rest des Tages frei und die Freunde machten sich auf den Weg zum Weihnachtsmarkt auf dem Rathausmarkt. Als sie dort angekommen waren, sahen sie einen alten Bekannten. Direkt vor ihnen ging Ron. Sebastian wusste nicht, was sie nun machen sollten. „Wir müssen ihn verfolgen“, sagte Janis. Sladjan hatte aber noch einen wichtigen Termin und konnte deshalb nicht dabei sein. „Wir sehen uns morgen, denn ich hab jetzt noch einen Zahnarzttermin“, sagte Sladjan und verabschiedete sich. „ Dann verfolgen wir beide ihn, aber vorsichtig“, antwortete Sebastian. Daraufhin ging Sladjan zur S-Bahn und Janis und Sebastian gingen Ron hinterher. Doch Ron bemerkte sie und beschleunigte den Schritt. Eine komplette Stunde verfolgten sie ihn. Immer hatten sie ihn dabei im Blick. Sie folgten ihn bis in eine Sackgasse.

Am Ende der Sackgasse ging eine kleine Treppe nach oben in ein altes verfallenes und verlassenes Haus. „Er muss die Treppe hoch gegangen sein“, flüsterte Sebastian. „ Ich gehe ihm nach und schau, was er macht“, flüsterte Janis zurück und ging die Treppe hoch. Dort war eine Tür. Auf der Tür stand „Kommt nur rein, wenn ihr euch traut“. Janis öffnete die Tür. Der Flur war dunkel und klein. Er hatte keine Taschenlampe dabei und konnte nichts sehen. Er ging durch den Flur und Sebastian folgte ihm langsam. Plötzlich fiel Janis durch ein Loch im Fußboden durch den Boden und landete unsanft auf einem Schrank und von dort auf eine komisch geformte Skulptur. Die Skulptur zerbrach. Er hob die Skulptur hoch und stellte den abgebrochenen Kopf auf den Tisch. Doch dann bemerkte, dass jemand hinter ihm war. Er nahm den Kopf dieser Skulptur und schlug auf die andere Person ein. Die Person wehrte sich und er schlug Janis einen Stuhl an den Kopf. Janis flog über den Tisch, wo viele Gläser standen. Einige Gläser zerbrachen und einige blieben heil. Janis war jetzt direkt unter Sebastian und der Angreifer ging auf Janis zu. Doch dann nahm Janis ein zerbrochenes Glas und stach auf den anderen ein. Der Andere wehrte sich und schlug Janis am Kopf. Daraufhin wurde Janis bewusstlos. Jetzt kam auch Sebastian leise herunter und machte das Licht an. Er war geschockt. Es war wirklich Ron, der auf Janis einschlug. „Immer diese Schnüffler“, schrie er. Das T-Shirt von Ron war blutverschmiert. Jetzt zog Ron eine Pistole aus seiner Hose und schoss auf Janis. Er hat ihn einmal getroffen. Janis blutete aus dem Bauch heraus. Jetzt war auch Sebastian wütend und rannte auf Ron zu. Ron wollte nun auch auf ihn schießen, doch er hatte keine Munition mehr. Sebastian schlug Ron mehrmals ins Gesicht und Ron wurde bewusstlos und ging zu Boden.

„Halt durch Janis“, schrie Sebastian. Dabei flossen ihm die ersten Tränen. Janis kam wieder zu sich und sagte: „Sei nicht traurig, jeder Mensch wird irgendwann sterben. Einige früher und einige später“. Sebastian fand den Ausgang und trug Janis raus. Sofort rief er den Krankenwagen und die Polizei. Janis lag nun im kalten Schnee. Sebastian ging zurück ins Haus und fesselte den bewusstlosen Ron. In diesem Moment traf die Polizei ein und Sebastian erzählte die komplette Geschichte. Als die Polizei mit Sebastian zu Ron ging, sah er, dass die Skulpturen mit Namen von Studenten versehen waren. Er selbst, Janis, Sladjan und sogar Markus waren dort zu lesen. Außerdem waren noch 12 weitere Skulpturen mit Namen von Studenten versehen. Die Schränke waren voll mit Leichenteilen.

Sebastian sah, dass Janis mit einer Skulptur von Sebastian auf Ron eingeschlagen hatte. Sebastian fuhr mit Janis ins Krankenhaus. Janis musste sofort in den OP. Er wurde mehrere Stunden operiert. Der Chefarzt sagte Sebastian, dass er Janis das Leben gerettet hat. Hätte er länger in diesem Zustand gelegen, wäre Janis noch an dem Tatort gestorben.

Sebastian war sehr froh, dass Janis noch lebt. Am nächsten Morgen kam auch Sladjan ins Krankenhaus und war auch glücklich. Sebastian und Sladjan übernachteten bei Janis im Krankenhaus.

Janis kam nach einer Woche wieder zu sich und war ebenfalls glücklich, seine besten Freunde zu sehen. Janis hatte mehrere Knochenbrüche und eine schwere Schussverletzung. Janis musste trotzdem noch weitere 2 Wochen im Krankenhaus bleiben, doch seine besten Freunde besuchten ihn täglich.

Es stellte sich heraus, dass Ron insgesamt 10 Menschen, meist Studenten, getötet hat. Er wurde wegen Mordes und schwerer Körperverletzung zu lebenslänglicher Haft verurteilt.

Einige Monate später ging es Janis wieder gut und konnte wieder alles mit seinen Freunden unternehmen. Die drei Freunde stellten in ihren praktischen Abschlussarbeiten an der Universität Skulpturen her.