MALI-AG
Eigentlich sollte es ein Projekt für zwei Jahre werden. Daraus wurden mehr als zehn – und das Mali-Projekt wurde zu einem festen Teil des Schullebens an der RSH. Am Ende standen sechs Grundschulen in Mali, die mit dem Geld aus Hittfeld gebaut oder erweitert wurden.
Das Projekt
Im Februar 2003 ging die Realschule eine Partnerschaft mit einer Hamburger Hilfsorganisation ein, die über Spenden Gesundheitszentren und Schulen in armen Ländern finanzierte, vor allem in Mali. Den Anstoß gab eine ehemalige Schülerin, die dort mitarbeitete und in mehreren Klassen über Mali erzählte. Das Kollegium stimmte mit großer Mehrheit zu.
Erstes Ziel war die Grundschule im Dorf Nani im Südosten Malis: sechs Klassenräume, in denen bis zu 100 Kinder gleichzeitig saßen. Die Schule wollte in zwei Jahren rund 14.000 € sammeln, den Rest sollte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beisteuern.
Und dann wurde gesammelt, wo es nur ging:
Kuchenverkauf in den Pausen, bei Sportfesten und Elternsprechtagen
Flohmarktstände beim Hittfelder Dorffest mit gespendeten Sachen
Schulfeste und Afrika-Abende für den guten Zweck
Soziale Tage, an denen Schüler in Betrieben arbeiteten und ihren Lohn spendeten
Das Eintrittsgeld der Abschlussbälle der 10. Klassen
Trommelauftritte der Schul-Trommelgruppe
Sponsorenläufe – beim ersten 2007 unter dem Motto „Wir laufen nach Mali“ kamen rund 3.570 km und 3.500 € zusammen
2005 war das Ziel erreicht: In Nani entstanden drei neue Klassenräume, ein Toilettenhäuschen und ein Schulleiterbüro mit Solaranlage, damit abends auch Unterricht für Erwachsene möglich war. Zur Einweihung reisten drei Lehrkräfte der RSH in den Herbstferien nach Mali. Danach war klar: Es geht weiter.
Schulen in Mali
Partner vor Ort war die malische Organisation SOLISA, deren Direktor die Realschule über die Jahre mehrfach besuchte und von den Projekten und dem Alltag der Kinder in den Dörfern berichtete.
- 2005Erweiterung der Grundschule in Nani
- bis 2011Zwei weitere Schulen werden gebaut und eingeweiht
- 2012Die 4. Schule in Feya wird am 13.02.2012 eingeweiht. Eigentlich sollte schon im Herbst 2011 gefeiert werden, doch wegen der unsicheren Lage in Mali sagten die Lehrkräfte ihre Reise ab; eine Vertreterin einer befreundeten deutschen Organisation vertrat Hittfeld bei der Feier.
- 2013/14Die 5. Schule in Sirablon wird im Oktober 2013 fertig und im Januar 2014 eingeweiht.
- 2015Im März wird die 6. Schule genehmigt – im Dorf Bourakébougou, rund 60 km nordwestlich der Hauptstadt Bamako. Auch die IGS Seevetal hat dafür mitgesammelt.
Jede Schule bekam drei Klassenräume, ein Latrinenhäuschen und ein Direktorenbüro mit Solaranlage – in Dörfern ohne Stromanschluss oft der einzige Ort, an dem abends Licht brennt, etwa für Versammlungen oder Alphabetisierungskurse für Eltern. Zur Einweihung gab es jedes Mal ein Fest mit Musik, Reden und Geschenken: Schulmaterial, das von dem gesammelten Geld gekauft und für alle sichtbar auf einem Tisch aufgebaut wurde.
Mali-Gruppe
Besonders engagierte Schüler bildeten bald eine eigene Mali-Gruppe, die sich erst unregelmäßig und später jede Woche traf, um Aktionen zu planen. Für ihren Einsatz wurde sie mehrfach ausgezeichnet:
2012: Bürgerpreis – die Lokalpresse berichtete
2013: Auszeichnung mit dem „Hamburger Sozialoskar“
Dazu kamen der Afrikatag an der Schule und die Aktion „Volle Federtasche“, bei der gebrauchte Schulranzen und Schulsachen gesammelt und nach Mali geschickt wurden. Jedes Jahr hieß es bei der Abschlussfeier Abschied nehmen von den Mali-Leuten aus den 10. Klassen – und jedes Jahr kamen neue nach.